Im Interview: Stefan Susbauer – Kommunikationsberater

Stefan Susbauer, supr. media GmbH, im Interview der Kölner Eventagentur BOSANOVA; Collage © 2016, BOSANOVA Communication & Event GmbH, Köln

In unserer Interviewreihe stellen wir Kooperationspartner und Menschen aus unserem Netzwerk vor, die mit uns die Welle machen. Diesmal: Stefan Susbauer, Kommunikationsberater. Wir treffen den Kosmopoliten kurz vor dem Messestart der ANGA COM. Warum BOSANOVA und ihn mehr als nur Rasenmäher verbinden,   welche Rolle Event-Kommunikation für ihn spielt und wie sich Kommunikation über Kontinente hinweg unterscheidet…

BOSANOVA und Stefan Susbauer – gemeinsam voll auf Draht

Am 7. Juni trifft sich in Köln die Medien- und Telekommunikationsbranche zur ANGA COM. Was vor 15 Jahren als bescheidener Event der mittelständischen Kabelnetzbetreiber begann, hat sich zur führenden europäischen Business-Plattform für Breitband- und Content-Anbieter entwickelt. Stefan Susbauer hat diesen Aufstieg als Kommunikationsberater in unterschiedlichen Rollen begleitet – mal als Unternehmenssprecher verschiedener Kabelnetzbetreiber, mal als PR-Berater führender Technologie-Anbieter und Branchenverbände wie dem Deutschen Kabelverband. Einen direkten Draht pflegt Stefan Susbauer auch zu BOSANOVA – und das auch weit über die Kabelbranche hinaus.

BOSANOVA: Stefan, erinnerst Du Dich an unsere erste Zusammenarbeit?

Stefan Susbauer: Ja – und das gleich doppelt. Unser erstes gemeinsames Projekt war ein Presse-Event zur Einführung des ersten Rasenmäher-Roboters für Electrolux in Hamburg. Es war Anfang Februar, richtig fies kalt und der Schneeregen klatschte nur so gegen die Glaswände des Konferenzraums im Hotel Hafen Hamburg. Innen blühten jedoch massenhaft Frühlingsblumen unter grünen Bäumen, ein Brunnen plätscherte und die Journalisten saßen auf Parkbänken, um dem Roboter zuzusehen, wie er auf dem Rasen herumfuhr. Du hattest mit Deinen Leuten zwei komplette LKW-Ladungen an frischen Pflanzen, Bäumen und Deko herangekarrt. Das Vogelgezwitscher kam vom Band; sonst war alles echt. Die erste offizielle Zusammenarbeit unter dem Namen BOSANOVA war vor acht Jahren zur ANGA in Köln – und das waren gleich fünf verschiedene Projekte gleichzeitig.

BOSANOVA: Was treibt Dich in diesem Jahr zur ANGA COM?

Stefan Susbauer: Die ANGA COM ist ein „Muss“ – ich freue mich riesig darauf. Es ist wie eine Druckbepumpung mit Informationen, Kontakten, Neuigkeiten und ganz einfach ein schönes Wiedersehen mit Kollegen.

BOSANOVA: Welche Rolle spielt Event-Kommunikation für Dich – gerade mit Blick auf die ANGA COM?

Stefan Susbauer: Die ANGA COM ist ein Riesenevent – mithin kommt hier die ganze Klaviatur der Event-Kommunikation zum Einsatz: Messestände, Jahres- und VIP-Empfänge, natürlich Pressekonferenzen – und mehr. Mit BOSANOVA habe ich zur ANGA COM in der Vergangenheit ziemlich ungewöhnliche Kommunikationskonzepte umsetzen können, die in keine der üblichen Kategorien passen, aber gerade deshalb sehr erfolgreich waren. Ich werde noch heute darauf angesprochen.

BOSANOVA: Was war das Erfolgsrezept?

Stefan Susbauer: Ganz einfach: Man nehme eine gute Idee, die den Nerv der Zielgruppe trifft – plus BOSANOVA. Das macht Spaß, die Umsetzung ist kreativ und professionell auf den Punkt. Auch in Bezug aufs Budget. Und: BOSANOVA schont die Nerven. Vor allem, wenn man in einer Führungsverantwortung alle möglichen Aufgaben und Themen auf dem Zettel hat, braucht man einen Event-Partner, der mit- und vorausdenkt und auf den man sich einfach verlassen kann.

BOSANOVA: Welche Trends im Event-Marketing und der Live-Kommunikation bewegen den Breitband und Kabelmarkt aktuell?

Stefan Susbauer: Ich sehe zwei große Trends: Die mittelständischen Netzbetreiber stehen unter dem Druck, ihren Markenauftritt zu professionalisieren. Gerade die lokalen Citynetzbetreiber tun sich sehr schwer damit und verwechseln manchmal Provinzialität mit Lokalkolorit. Im Wettbewerb mit den globalen Marken geht das nicht ewig gut. Insgesamt sehe ich den großen Bedarf im Rahmen der internen Kommunikation. Diese Branche entwickelt und verändert sich mit einem unglaublichen Tempo; der Konkurrenzdruck ist enorm. Das funktioniert nur, wenn die Mitarbeiter diese ständigen Veränderungen verstehen, mittragen – am besten sogar selbst aktiv vorantreiben. Kulturwandel ist das Stichwort – und gleichzeitig eines der Kompetenzfelder von BOSANOVA.

BOSANOVA: Du berätst Unternehmen in unterschiedlichsten Branchen – Automobil, Telekommunikation, aber auch Waschmittel-, Hausgeräte- und Lebensmittelkonzerne sind darunter. Gibt es da Gemeinsamkeiten?

Stefan Susbauer: Ja. Erstaunlich wenige Unternehmen oder Institutionen können in wenigen Sätzen vermitteln, wer sie eigentlich sind und was sie wollen. Stattdessen bekommt man eine 50 Seiten starke Powerpoint-Präsentation in die Hand gedrückt, voller Kuchendiagramme und Aussagen wie „we are striving for excellence in EMEA markets“. Oder – das andere Extrem – eine knallbunte Powerpoint-Präsentation voller bunter Bildchen aus dem Shutterstock-Katalog – mit so tiefschürfenden Sätzen wie „we are alive“ oder „simply more yeah“. Ich helfe den Unternehmen dabei, statt Floskeln wieder eine relevante Geschichte über sich zu erzählen. Man kann das neumodisch Narrativ oder meinetwegen Storyline nennen – dabei ist das Geschichten erzählen so alt wie die Menschheit. Erst wenn man etwas zu erzählen hat, kann man relevante Gespräche führen. Klingt banal, nicht wahr? Trotzdem stürzen sich so viele Unternehmen in PR oder Social Media, ohne sich vorher klar zu machen, was sie eigentlich zu erzählen haben.

BOSANOVA: Als Kosmopolit hast Du schon in den verschiedensten Ländern Europas, in Asien und Afrika gelebt und gearbeitet. Welche Unterschiede stellst Du in Bezug auf die Kommunikation in den verschiedenen Kontinenten fest?

Stefan Susbauer: Mir ist erst in Asien richtig aufgefallen, wie alt und konservativ Deutschland ist – die tonangebenden Konsumenten sind in Asien und Afrika sehr viel jünger als in Deutschland, entsprechend jünger, schneller und natürlich auch digitaler ist die Kommunikation dort. PR-Events haben eine völlig andere Bedeutung. Sie sollen nicht nur Informationen vermitteln, sondern den Status des Unternehmens dokumentieren – und auch Wertschätzung vermitteln. Das bedeutet nicht, dass die Journalisten dort naiv und leicht zu beeindrucken wären, im Gegenteil: sie verfügen oft über exzellentes Fachwissen und fragen sehr genau nach. Das wird von deutschen Unternehmen, aber auch Agenturen oft unterschätzt – viele glauben nach wie vor, Europa sei der Nabel der Kommunikationswelt und die lokalen Medien würden sich vor ihnen vor Ehrfurcht in den Staub werfen. Diese Kolonialherren-Einstellung sitzt leider ziemlich tief. Ich finde, es lohnt sich, wenn man in diesen Märkten erst mal genau zuhört, genau hinsieht – mit ein bisschen mehr Wertschätzung und etwas weniger Arroganz kann man schon sehr viel erreichen.

BOSANOVA: Wo trifft man dich als nächstes und welche Wünsche stehen auf Deiner Reise- und Arbeitsliste ganz oben?

Stefan Susbauer: Als nächstes trifft man mich in Berlin, Köln, Kapstadt und überall da, wo meine Kunden mich brauchen.

BOSANOVA: Womit verbringst Du, Stefan, deine rare Freizeit am liebsten? Welche Hobbys gönnst Du Dir und was sorgt für den nötigen Ausgleich zum umtriebigen Berufsleben?

Stefan Susbauer: Offline sein. Sport treiben, Freunde treffen, die Natur genießen – aber auch das Stadtleben. Ausgehen, bummeln. Oder einfach mal nichts tun – am See liegen und träumen. Dafür brauche ich kein exotisches Reiseziel.

BOSANOVA: Danke für das Gespräch, Stefan, und auf weiterhin gute Zusammenarbeit.

 

Stefan_J_SusbauerStefan Susbauer berät Unternehmen und Institutionen bei der Entwicklung ihrer Kommunikations- und Medienstrategie, insbesondere in den Branchen Telekommunikation, Medien, Technologie und den Automobilsektor.
Er leitete 14 Jahre lang seine eigene Agentur und kooperiert heute als unabhängiger Berater mit verschiedenen Unternehmensberatungen, Werbe- und Eventagenturen. Dabei übernimmt er immer wieder als Interims-Manager auch Führungsaufgaben in Unternehmen – so leitete er die Unternehmenskommunikation der Kabelnetzbetreiber Unitymedia und Primacom, aber auch eine Event-Agentur in Peking.
In China arbeitete er auch für den Stararchitekten Ole Scheeren und den italienischen Leuchtenhersteller FLOS. Das Thema Architektur und Design führte ihn 2013 und 2014 nach Südafrika, wo er die Pressearbeit der „UNESCO World Design Capital“ Kapstadt unterstützte. Mehr: Stefan Susbauer auf XING und LinkedIn.

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