Interview mit Sabrina Stremmel: Sichtbarkeit in der Eventbranche – was heißt das für mich?

Sichtbar sein, gesehen werden? Wie geht Sichtbarkeit in der Eventbranche? © 2016, BOSANOVA Communication & Event GmbH, Köln

Die Digital Media Women veranstalten aktuell eine Blogparade zum Thema Sichtbarkeit: Das hat uns motiviert mitzumachen. Wie sehen wir das als Eventagentur? Welche Erfahrungen mit Sichtbar sein und Sichtbar werden hat unsere Chefin Sabrina Stremmel gemacht? Welche Tipps hat sie für Newcomer in unserer Branche?

An dieser Stelle interviewen wir eigentlich unser Expertennetzwerk, aber diesmal fühlten wir uns aufgefordert, selbst etwas dazu zu sagen. Ist ja auch fast symbolisch: Zunächst rücken wir andere ins Licht, bevor wir es für uns selbst tun. So diskutierten wir im Team und schlugen vor, dass nun Sabrina Stremmel selbst mal als Interview-Partnerin ins Scheinwerferlicht gestellt wird.

Sichtbar sein: Alles eine Frage der Perspektive(n)

BOSANOVA-Redaktion: Sabrina, was bedeutet Dir Sichtbarkeit im Business?

Sabrina Stremmel:  Normalerweise rücken wir als BOSANOVA  ja andere ins Scheinwerferlicht: Durch Messeauftritte, Pressekonferenzen, Events wie Teambuildings, Tagungen oder Mitarbeiter-Incentives. Einfach durch Veranstaltungen, die Wirkung nach außen oder innen erzielen – ins Unternehmen hinein. Unser Team selbst ist klein, hochprofessionell und #wirmachendiewelle für unsere Kunden. Dieses Rumwirbeln, auf die Botschaft oder eben das Event des Kunden aufmerksam machen – das hieß bisher für das Team und mich Sichtbarkeit im Business.

BOSANOVA-Redaktion: Das bedeutet, sichtbar werden hat noch eine andere Bedeutung bekommen?

Sabrina Stremmel: Ja, eindeutig. Sichtbarkeit heißt für uns natürlich zuerst den Kunden ins richtige Licht zu rücken, wir selbst agieren meist eher im Hintergrund. Sichtbarkeit bedeutet für mich aber auch, von anderen wahrgenommen zu werden. Wenn wir für Kunden großartige Events machen, die Orga wie am Schnürchen läuft, wir auch in stressigen Situationen einen kühlen Kopf bewahren, pragmatisch handeln oder auch mal improvisieren, wenn gerade die Technik ausfällt oder eine Herausforderung die nächste jagt – dann merken das die Anwesenden im besten Fall gar nicht. Aber Empfehlungen erhalten wir meist genau aus diesen Gründen.

Nach vielen Jahren Zusammenarbeit mit großen Kunden, die wir sehr schätzen, kamen auch immer wieder Projekte von mittelständischen Unternehmen oder gar Privatpersonen. Wenn wir dann z.B. sagten: „Ja, Hochzeit organisieren – machen wir auch!“ oder „Wir können auch fürs kleine Budget – es muss nicht immer der 100 qm-Messestand sein!“ schienen manche regelrecht überrascht zu sein. So haben wir uns entschieden, einfach mehr von uns zu zeigen. Mir persönlich lag das anfangs nicht so auf Anhieb. Doch wie sollten wir sonst anderen zeigen: „Hey, wir sind ein tolles Team, ohne dieses Marketing-Bla-Bla-Image was manchen Agenturen anhaftet“? In Zeiten von Digitalisierung & Social Media kommt die Welt halt ständig näher. Wenn wir also wahrgenommen werden wollen, müssen wir auch ein stückweit persönlicher zeigen, wer wir sind und was wir können.

BOSANOVA-Redaktion: Sichtbarkeit in der Eventbranche bedeutet auch: Neue Tools verwenden, sich der Präsenz von Social Media bewusst sein und diese in die eigene Kommunikation einzubauen…

Sabrina Stremmel: .Ja, genau das war der Wunsch, einfach mal nach außen zu bringen, was wir all die Jahre nie gemacht haben. Wir haben uns beraten lassen, einfach auch um den Blick von außen zu bekommen. Natürlich hatten wir eine Facebook-Fanpage als festen Bestandteil unserer Social Media Kommunikation. Aber wir haben früher nie uns als Personen sichtbar gemacht oder uns über eigene Inhalte präsentiert. Das hat sich geändert.

Dazu haben wir im Frühjahr diesen Blog gestartet. Jetzt zeigen wir hier regelmäßig wie wir arbeiten, stellen unsere Netzwerk-Partner vor und geben Tipps rund um die Event-Vorbereitung, unsere Branche an sich und all das, was wir im digitalen Zeitalter rund um Live-Kommunikation noch für spannend halten. Da wir unsere Stärken gerade auch im Design sehen, liegt mir persönlich besonders Instagram am Herzen. Ich liebe es, dort zu stöbern und poste auch gerne aus unserem Agenturalltag und zu unseren Themen. Zugegeben, unser Instagram-Profil steckt noch in den Kinderschuhen. Wir stehen halt am Anfang. Ich freue mich, wenn da mehr Bewegung reinkommt. Aber das braucht auch ein bisschen Zeit.

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Sabrina Stremmel, Foto: @ Sandra Stein

Eins ist mir aber noch besonders wichtig: Echte Sichtbarkeit gibt es nur im Kombipack aus glaubwürdiger Kommunikation im Netz und Kooperation & persönlichem Networking mit Menschen, auf die man sich verlassen kann. Sich auszutauschen, von anderen immer wieder zu lernen und auch selber etwas einzubringen – das halte ich für wichtig um dauerhaft wahrgenommen und akzeptiert zu werden. So gerät man auch in stressigeren Zeiten nicht in Vergessenheit (Apropos: Aktuell steht für uns zum Monatsende ein Umzug an, da läuft Agenturalltag und geordnetes Chaos etwas parallel – da bleibt auch eher weniger Zeit fürs Netzwerken. ;-) )

BOSANOVA-Redaktion: Was rätst Du jungen Leuten als Newcomer in der Eventbranche oder im Bereich Live-Kommunikation , um besser auf sich aufmerksam zu machen bzw. sichtbar zu werden?

Sabrina Stremmel: Mutig, AUTHENTISCH, kreativ und selbstbewusst zu sein. Auch mal ein Querdenken zuzulassen. Wichtig ist es herauszufinden, wofür das Herz schlägt, wofür man steht, wo die eigenen Stärken liegen. Teamgeist, mit großem Spaß an der Sache dabei sein und  dranbleiben… das wird mit Sicherheit belohnt!

Netzwerken hilft sehr und viele Kontakte sind auch im Nachhinein wertvoll. Es inspiriert, bindet und ermöglicht neue Chancen. Die Eventbranche gerade hier in Köln ist klein und man trifft sich meistens wieder. Bei uns heißt es: Man sieht sich mindestens zweimal. ;-) Die Unterstützung, Kreativität und Perspektive im Netzwerk ist sehr groß und für mich ein MUSS. Sehr gern investiere ich dafür Zeit, da es einen jedesmal ein Stückchen weiterbringt.

BOSANOVA-Redaktion: Wie bist du in die Eventbranche „reingerutscht“?

Sabrina StremmelIch hatte das große Glück in einer tollen Werbeagentur ein Praktikum von 12 Monaten machen zu dürfen. Dort habe ich unfassbar viel gelernt und hatte eine Mentorin, die mich bis heute prägt und begleitet. Nach Abbruch meines Studiums durfte ich in dieser Agentur  meine Ausbildung zur Mediendesignerin machen, da ich sehr gern an der Front dabei bin und mich nicht in einem Studium sah. Die Ausbildung habe ich um eineinhalb Jahre verkürzt und konnte so schnell als freie Designerin für mehrere Agenturen und Endkunden arbeiten. Zwischendurch habe ich nochmal Agenturluft geschnuppert und bin dann wieder in die freie selbstständige Tätigkeit übergegangen, da ich auch in der Zeit Mutter geworden bin. Seit 2009 gibt es die BOSANOVA nun und so hat sich alles irgendwie gefügt und passt.

BOSANOVA-Redaktion: Sabrina, haben es Frauen in der Eventbranche leichter oder schwerer sich sichtbar zu machen?

Sabrina Stremmel: Das hängt nicht vom Geschlecht ab, finde ich. Die Chance auf sich aufmerksam zu machen war noch nie so leicht wie heutzutage im Zeitalter von Instagram, Facebook, Twitter & Co. Aber was nutzt uns all die Sichtbarkeit, wenn wir später schlechte Arbeit abliefern? Sichtbar werden ist sicher als Kommunikation in eigener Sache wichtig – auch für junge Leute, die sich noch in der Branche etablieren wollen. Aber nachher hilft nur, andere von seinen Leistungen zu überzeugen. Das müssen dann sowohl Männer als auch Frauen – da sitzen wir alle in einem Boot.

Was ist eine Blogparade?

Eine Blogparade ist eine Aktion, die von einem Blog initiiert wird und von anderen Bloggern dann thematisch aufgegriffen werden. Jeder Teilnehmer verlinkt auf den Ausgangsbeitrag und teilt später dort als Kommentar mit, dass er daran auch teilgenommen hat. So werden viele Menschen auf das Thema und die verschiedenen Beiträge aufmerksam – man lernt neue interessante Blogs kennen und vernetzt sich im besten Fall stärker untereinander. Die Blogparade hat einen Endtermin bis zu dem alle Beiträge von anderen berücksichtigt werden können. Am Ende wird meist eine Zusammenfassung durch den Starter der Blogparade gemacht – in machen Fällen sogar ein E-Book zum Thema veröffentlicht.

Aktuelle Blogparaden finden Sie zum Beispiel hier und hier.
Übrigens läuft die Blogparade der #DMW noch bis 17. Juni 2016.

Wenn Sie noch mitmachen wollen, jetzt aber los…!

 

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