Im Interview: Andrea Hansen – Journalistin, Moderatorin & im Einsatz ‚Vor Ort NRW‘ der LfM Stiftung

Laut, sich einmischen, können wir: BOSANOVA u. Andrea Hansen machen die WelleIM INTERVIEW: Andrea Hansen, freie Journalistin, im Interview mit der Kölner Eventagentur BOSANOVA; Collage © 2016, BOSANOVA Communication & Event GmbH, Köln

In unserer Interviewreihe stellen wir Kooperationspartner und Menschen aus unserem Netzwerk vor, die mit uns die Welle machen. Diesmal: Andrea Hansen. Wir treffen die vielseitige Medienexpertin kurz vor ihrem nächsten Einsatz ‚Vor Ort NRW‘  der LfM Stiftung zum Regionaltag Köln.

BOSANOVA und Andrea Hansen – wir machen die Welle

„Was vor unserer Haustür passiert, ist wichtig für uns.“ – so die Ankündigung zum Regionaltag Köln der LfM Stiftung „Vor Ort NRW“ am 5. Oktober 2016, moderiert von unserer heutigen Interviewpartnerin Andrea Hansen. Die freie Journalistin teilt unseren Anspruch: Sie nimmt kein Blatt vor den Mund, mischt sich ein und macht (wie wir) die Welle. Für Journalismus, Aus- und Weiterbildung und Projekte drum herum in ganz NRW. Wir haben die frisch gewählte stellvertretende Vorsitzende des DJV NRW getroffen und ihr einige Fragen gestellt:

BOSANOVA: Andrea, Bianca und Du, ihr kennt euch schon etwas länger. Stichwort „Fortbildung ist alles!“ – erinnerst Du dich noch an die erste Begegnung?


Andrea Hansen
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 Na klar – wie könnte ich die vergessen! Man stelle sich einen Riesenraum in der VHS Köln vor, darin eine bunte Mischung an Menschen, die sich zusammen einige Tage weiterbilden wollten. Da lässt man dann den Blick schweifen und manchmal bleibt er an jemandem hängen und man merkt gleich beim ersten Lächeln, ob die Wellenlänge stimmt. Und so war das mit Bianca – als die Vorstellungsrunde dann vorbei war, wussten wir, dass das auch aufgrund der handfesten Fakten mit uns beiden Medientussis fachlich passte. Wir haben beschlossen, in Kontakt zu bleiben. Ganz bald komme ich euch bei BOSANOVA auch mal besuchen!

BOSANOVA: Deine berufliche Vielfalt ist beeindruckend: freie Journalistin, Medientrainerin, Moderatorin für Veranstaltungen und Lehrbeauftragte an der Heinrich-Heine-Uni Düsseldorf und der Hochschule Osnabrück. Du hast für Zeitungsredaktionen genauso gearbeitet wie fürs Radio und Fernsehen. Welches Medium und welche Aufgabe packt Dich besonders und warum?


Andrea Hansen
:
Alles, was ich mache, mache ich gern – aus ganz unterschiedlichen Gründen. Beim Radio oder bei Print bzw. Online bist du meist Einzelkämpfer – nur du, dein Thema und die Menschen, die damit zu tun haben. Du kannst zügig und frei arbeiten, ganz nach deiner, und nur deiner Façon. Fernsehen ist – zumindest noch – Teamarbeit. Du bist also einerseits abhängig von der Arbeit deiner Kolleginnen und Kollegen, andererseits schmorst du auch nicht nur im eigenen Saft. Drei Ohren- und Augenpaare kriegen naturgemäß mehr mit als eins – zumindest wenn alle ihren Job engagiert machen und aufeinander Acht geben. Während es im Journalismus oft schnell gehen muss, kann ich mir bei der Vorbereitung der Moderationen Zeit lassen – ausführliche Vorgespräche, aufwändige Recherche, fein den roten Faden spinnen. Und in der Aus- und Weiterbildung ist es einfach ein sehr schönes Gefühl, die eigene Erfahrung weiter zu geben und dabei die eigene Arbeit auch mal kritisch zu hinterfragen.

BOSANOVA: Wer so vielschichtig arbeitet wie Du hat bestimmt einen Tag der länger dauert als 24 Stunden. Wie sorgst Du für Ausgleich in deinem bewegten Leben?


Andrea Hansen
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Wer selbstständig arbeitet, geht anders mit Zeit um – das fällt mir immer wieder auf. Es gibt halt nicht diesen klaren Deal „Summe X gegen Zeitkontingent Y“. Wenn ein Projekt es erfordert, haut man natürlich rein – aber dafür kann man sich auch mal die Freiheit nehmen, an einem schönen Tag nachzuholen, was man durch Wochenendarbeit versäumt hat. Da achte ich nämlich schon drauf, keinen Raubbau an mir zu betreiben. Zeit für Sport muss sein, gesunde Ernährung ist wichtig. Und für die kreative Seele braucht es auch Kultur, Reisen und Gespräche mit Freunden.

BOSANOVA: Der Regionaltag in Köln am 5. Oktober ist die zweite Station auf der LfM-Roadshow der Stiftung „Vor Ort NRW“. Experten aus der Region diskutieren im Museum für Angewandte Kunst Köln (MAKK) zu Bürgerfragen rund um Lokaljournalismus: Was bedeutet er den Menschen vor Ort, was erwarten sie von Medienmachern in und um Köln? Was hat dich bewegt, die Moderation zu übernehmen und worauf freust Du dich am meisten?


Andrea Hansen
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Als Journalistin hat man in Zeiten von Social Media zwar schon viel mehr direkten Austausch mit seiner „Kundschaft“ – aber dabei geht es meist um einen konkreten Beitrag. An der Idee der Roadshow begeistert mich vor allem, dass Medienmacher und –nutzer mal grundsätzlich ins Gespräch kommen. Es gibt zwar in den meisten Häusern eine lebendige Kritikkultur, aber die ist meist kollegial organisiert. Die meisten Leser, Hörer und Zuschauer schreiben nicht, wenn ihnen etwas aufgefallen ist – es gibt einige wenige, die das oft tun. Der Rest sagt es dir, wenn er dich irgendwo trifft. Die Diskussion vor Ort ist die Chance wirklich miteinander ins Gespräch zu kommen. Das braucht es noch viel mehr. Journalisten müssen heute viel mehr erklären, wie sie arbeiten. Das wird gefordert – und das ist auch okay. Für uns Macher liegt darin die Chance, den Wert unserer Arbeit aufzuzeigen. Es gibt zu viele Mythen darüber, wie Journalisten arbeiten – in Köln können wir da mal ein paar Fakten in die Debatte einstreuen. In Münster hatten wir eine sehr lebhafte Diskussion – jetzt freue ich mich darauf zu sehen, wie das Rheinland im Vergleich mit Westfalen mit uns in den Ring steigt…

BOSANOVA: Vielen Dank für das Gespräch & viel Erfolg für die Veranstaltung!


Andrea Hansen
:
 Gerne – jederzeit wieder!

Andrea Hansen, freie Journalistin

Andrea Hansen; Foto: © Mario Brand

Andrea Hansen Kind des Ruhrgebiets, Studium im Rheinland, Wahl-Westfälin – und damit Fleisch gewordenes NRW. Journalistin ist ihr Traumberuf, das wollte sie schon mit 14 werden. Einziger Konkurrenzwunsch wegen des ausgeprägten Gerechtigkeitssinnes: Kriminalpolizistin. Aber da muss man ja dasselbe können: Fragen stellen, zuhören, Zusammenhänge erkennen. Heute kommt sie lieber mit Mikrofon und Kamera als Handschellen und Pistole daher, kriminell ist nur noch ihre Lieblingsliteratur. Seit 1998 als freie Journalistin in Münster tätig. Guter Vorsatz für diesen Herbst – endlich die Homepage fertig stellen: www.andrea-hansen.de… Andrea Hansen auf Twitter 

Titelfoto: © istockphoto.com/izusek

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