Im Interview: Boris Müller – einer der jüngsten Knubbelführer der Roten Funken mit Tipps zur Session 2016/2017

Interview mit Boris Müller, einem der jüngsten Knubbelführer der Roten Funken; Schnappschuss einer Knubbeltour © Foto: privat; 2016, BOSANOVA Communication & Event GmbH, Köln

In unserer Interviewreihe stellen wir Kooperationspartner und Menschen aus unserem Netzwerk vor, die mit uns die Welle machen. Diesmal: Boris Müller, seines Zeichens einer der jüngsten Knubbelführer bei den Roten Funken, so jeck op Fasteleer wie wir und immer op jöck – nicht nur in der Session, die morgen pünktlich zum Elften im Elften wieder beginnt. Was der Knubbelführer für den Sessionsauftakt plant und welche Kostüme er empfiehlt, das und mehr verriet er uns beim Interview…

BOSANOVA und Boris Müller – wir machen die Welle für, mit und im Kölner Karneval

BOSANOVA-Redaktion: Bianca, Boris und du, ihr kennt euch schon gefühlt ewig. Darüber hinaus habt ihr bis einschließlich 2011 den Ülepoozball der Roten Funken im Maritim mit ausgestattet. Was verbindet euch über den Karneval hinaus und feiert ihr auch manchmal gemeinsam?

Bianca: Man darf es ja nicht zu laut sagen, aber wir haben in der „Burgmauer“ schon mal fast die Hütte abgerissen… 😉 – das ging auch gut ohne Karneval! Der Ülepoozball war legendär, da ist es echt ein bisschen schade, dass wir da nicht mehr zusammen kommen. Das letzte mal zusammen gefeiert: Ja, haben wir, im/am Rathaus zu Boris Hochzeit. Mein Schwager hat zeitgleich nebenan geheiratet… Witzig wie klein Köln immer wieder ist!

BOSANOVA-Redaktion: Boris: Du giltst ja als einer der jüngsten Knubbelführer aller Zeiten, mit gerade mal 38 Jahren – der Altersdurchschnitt liegt bei euch so bei Anfang/Mitte Fünfzig. Wie bist Du zum Knubbelführer geworden und was fasziniert dich gerade bei den Roten Funken so, dass Du dich aktiv im Fasteleer engagierst?

Boris Müller: Zum Knubbelführer wird man natürlich ganz demokratisch gewählt; die Wahlperiode beträgt 5 Jahre. Das war im letzten Jahr schon ein toller und ganz besonderer Moment, von den rund 110 Knubbelmitglieder nahezu einstimmig an die Spitze des Knubbels gewählt zu werden. Als ich 2000 zu den Funken kam, war ich Student und musste mich in der Karnevalsgesellschaft erst einmal orientieren. Auffällig war und ist sofort, dass der Altersunterschied der verschiedensten Generationen völlig unproblematisch ist. Alt und jung interessieren sich gleichermaßen für den anderen. Bis heute sitzen wir staunend da, wenn die Altforderen vom Fasteleer anno dazumal sprechen und erzählen. Da kann man gerade in der heutigen Zeit sehr viel in Bezug auf Zusammenhalt und Teambegeisterung lernen. Und gerade diese Traditionen möchte ich erhalten und mit der modernen Zeit verbinden. Die derzeitige Schnelllebigkeit darf und sollte m.E. nicht den Einzug in den traditionellen Karneval erhalten. Da ist so ein kleiner Rückzugsort, gerne auch in rot-weißer Uniform, geradezu ideal.

BOSANOVA-Redaktion: Morgen startet wieder die Session. Und wenn man sich die Funken-Highlights 2016/2016 so ansieht, kommt ihr aus dem Feiern gefühlt gar nicht mehr raus. Erstmals bietet ihr mit der 11-im-11-Party im Hotel Maritim zum Sessionsauftakt auch eine Kostümparty an. Gibt es noch Karten oder ist alles schon längst ausverkauft? Hast du einen Geheim-Tipp, was man versuchen könnte, wenn man noch unbedingt dabei sein möchte?

Boris Müller: Für Kurzentschlossene gibt es noch wenige Karten an der Tageskasse. Aber für das kommende Jahr ist es sicherlich ratsam, sich rechtzeitig mit Karten einzudecken!

BOSANOVA-Redaktion: Das Motto für 2017 lautet: „ Wenn mer uns Pänz sinn, sin mehr vun de Söck!“ und soll auf die Unbefangenheit der Kinder im Umgang miteinander anspielen, die auch im Karneval gelebt wird, von der Erwachsene aber viel lernen können. Wie wichtig ist bei den Roten Funken die Nachwuchsförderung und wie lebt ihr das im Verein?

Boris Müller: Das Motto ist richtig klasse! Kinder sagen ja bekanntlich immer die Wahrheit! Wir Funken haben eine eigene Kindergruppe, die an besonderen Wachtagen mit der großen Funkenwache auftritt. Jeder Panz, der laufen kann, darf schon mitmachen. Es ist schon besonders süß, die Kleinen in Mini-Uniformen zu sehen. Da man erst mit 18 ordentliches Mitglied werden kann, gibt es auch eine Jugendgruppe mit regelmäßigen Treffen. Ideale Kennenlern-Gruppe ist hier die Rote-Funken-Fußballmannschaft. Die Nachwuchsförderung ist daher sehr wichtig. So werden die Kinder von klein an mit dem Bazillus Fasteleer infiziert!

Wir kümmern uns aber auch um den Nachwuchs außerhalb der Funkenfamilie: So besucht eine Abordnung von Funken an Weiberfastnacht eine Schulklasse, die sich über ein halbes Jahr mit der Geschichte der Funken und dem Funkentanz beschäftigt haben. Auf diese Weise erreichen wir junge Kölner, die mitunter nicht den direkten Draht zu uns und dem Kölner Karneval finden. Ebenso nehmen wir mit einer Abordnung an einem „Mini“-Gottesdienst in St. Severin am Karnevalssamstag teil. Dort sitzen Pänz im Alter bis zu 8 Jahren, und Thema des Gottesdienstes ist dann der Karneval unter Berücksichtigung der Rolle der Roten Funken. Das aber sind nur einige Beispiele. Die direkte Begegnung mit den Pänz im Fasteleer – das ist Nachwuchsförderung pur!

BOSANOVA-Redaktion: Als Jecke im Karneval treibt einen ja immer die Frage um: „Als was kostümiere ich mich denn dieses Jahr?“ Hast Du einen ultimativen Tipp, worauf man da achten sollte bzw. gibt es für Dich ein absolutes „NoGo“ im Fasteleer?

Boris Müller: Selbstgeschneiderte oder selbstgebastelte Kostüme finde ich immer spitze! Dies zeugt von einer gewissen Identifikation mit diesem einzigartigen Brauchtumsfest! Gruppenverkleidungen von der Stange oder aus dem Internet finde ich da eher einfallslos. Ävver jeder Jeck is anders!!! Als“NoGo“ würde ich angsteinflößende Horrorkostüme bezeichnen! Schließlich geht es doch darum, einander Freude und Lachen zu schenken.

BOSANOVA-Redaktion: Was macht ein erklärter Karnevalsjeck eigentlich außerhalb der Session? Fällt man da in ein riesiges Loch oder wie überlebt ihr als Rote Funken Knubbel die Zeit ohne Karneval unbeschadet?

Boris Müller: Du hast Recht, nach dem Rosenmontagszug ist man schon ein wenig traurig, wenn die Session vorbei ist. Aber außerhalb des Sitzungskarnevals treffen wir uns einmal im Monat in der Ülepooz zum Knubbelovend (Stammtischabend), wo es bei Essen, Getränken und kölschem Programm ausreichend Zeit für gemeinsamen unterjährigen Austausch gibt. Und ganz nebenbei gibt es ja Gott sei Dank auch noch den 1. FC Köln!

BOSANOVA-Redaktion: Vielen Dank für das Interview, Boris … un vill Spaß morjen un in der Session! 🙂

Titelfoto: © privat;

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